Neuromuskuläres Training

Persönliche Instabilität hat mit hoher vegetativer Erregung, die nicht gemanagt werden kann, zu tun. Die Person hat nur einen geringen Einfluss auf sich. Willentlich gesteuertes Verhalten ist nur in geringem Maße möglich. Sie reagiert unwillkürlich und reflexhaft. Z. B. kann sie das ständige Reden nicht stoppen.

Das Einfrieren und Einbinden der Erregung sowie das Formen eines situationsangemessenen Verhaltens erfordert einen sog. neuromuskulären Einsatz.

Dabei ist sowohl das Anspannen von Muskeln als auch die über Nerven ermöglichte Kommunikation zwischen Muskulatur und Cortex wichtig.

Eine geeignete Übung ist die wieder der stabilisierende Fußdruck. Die Bein- und Fußmuskeln werden zuerst auf einem niedrigen Spannungslevel angespannt und die Muskelspannung für eine gewisse Zeit (5 bis 10 Sekunden) gehalten. Dann wird der Spannungslevel einen Schritt erhöht (mittlerer Einsatz), gehalten, wieder auf niedrigen Einsatz abgesenkt und gehalten. Die Erfahrung zeigt, dass auf diese Weise die Erregung eingebunden wird und es zu einer persönlichen Stabilisierung kommen kann. Die Person kann bei regelmäßiger Übung immer mehr zwischen verschiedenen Handlungsalternativen wählen.

Neuromuskuläres Training ist eine besondere Form des isometrischen Trainings. Die Haltearbeit wird auf verschiedenen Spannungsniveaus der Muskulatur (niedrig – mittel – hoch – mittel – niedrig) verrichtet. Der Muskeleinsatz tonisiert die Körperwand und im Cortex werden Spannungsprofile des Körpers in sog. Karten abgebildet, durch die ein differenzierteres Verhalten (schneller, langsamer, stoppen, …) möglich wird.